Advent in Katar – Der sportliche Blog mit Tiefgang zur Fußball WM in Katar

… Advent bedeutet: Wir gehen dem Licht entgegen, dem Geburtsfest des Erlösers und Friedensfürsten. Es bedeutet, dass wir selbst zum Licht werden in dieser Welt, dass wir für Gerechtigkeit, Menschenwürde und Freiheit eintreten, dass wir – wie es in der Vision des Propheten Jesaja bildhaft heißt, die Wüsten zum Erblühen bringen und die wilden Tiere besänftigen. Der Apostel Paulus fordert uns auf: „Lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag.“ (Röm 13,12-13)

Wenn es in früheren Jahren eine Diskussion um die Kapitänsschleife gab, dann drehte sie sich lediglich um die Frage, welcher Spieler sie tragen darf. Der Kapitän soll ein Führungsspieler sein, der in der Mannschaft hohe Akzeptanz besitzt, für sie spricht und die Haltung des Teams repräsentiert. Nun ist die Kapitänsschleife selbst zum Gegenstand der Debatte geworden. Mit dem Aufdruck „One Love“ auf der Armbinde ihres Kapitäns wollten mehrere Länder bei der WM ihren Respekt und ihr Eintreten gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität zum Ausdruck bringen. Das ist grundsätzlich innerhalb der Fußball-Community ein starkes und wichtiges Statement, in einem Land wie Katar jedoch eine heikle Provokation.

Haltung ist natürlich gerade dann gefragt, wenn sie aneckt, Widerstände hervorruft und einem abverlangt, Nachteile dafür in Kauf zu nehmen. Sie mit sportlichen Sanktionen zu belegen, halte ich jedoch für einen Missbrauch des Regelwerkes. Außerdem zeigt sich, dass sich eine Diskussion um Werte, Haltungen und Menschenrechte nicht mit Disziplinierungsmaßnahmen aus der Welt schaffen lässt. Das Licht findet andere Wege. So posierte die deutsche Nationalmannschaft vor ihrem ersten Spiel demonstrativ mit der Hand vor dem Mund und erklärte: „Wir lassen uns niemals unsere Stimme nehmen.“ Und die „One Love“-Binde tauchte plötzlich am Arm der deutschen Innenministerin Nancy Fraeser und der belgischen Außenministerin Hadja Lahbi auf der Ehrentribüne direkt neben FIFA-Präsident Gianni Infantino auf. Es ist Advent. Steh auf, werde Licht!

 

Alfred Jokesch, Sportseelsorger DSG Steiermark

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