Fußball-WM als pastorale Chance nutzen

Die Diözesansportgemeinschaft Österreichs (DSGÖ) hat dazu aufgerufen, die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft seelsorglich zu nutzen. „Milliarden von Menschen fiebern mit, erleben Freude, Enttäuschung, Hoffnung und Gemeinschaft.

Aus kirchlicher Sicht stelle sich nicht die Frage, ob Kirche und Fußball zusammenpassen, sondern wie sie einander sinnvoll begegnen können. Sport sei ein zutiefst menschlicher Ausdruck – „und damit auch ein Ort, an dem Gott erfahrbar werden kann“, so der Vorsitzende der DSGÖ, Sepp Eppensteiner.

Er empfiehlt etwa, Spiele von der WM 2026 in Amerika in den Pfarrgemeinden zu übertragen – verbunden mit einem spirituellen „Mehr-Wert“ wie einer Andacht. Für Pfarren biete sich eine große Chance zur Öffnung: „Kirche zeigt sich dabei als lebensnah, dialogbereit und menschlich.“

Weltmeisterschaft als „Lernfeld“

Die Großveranstaltung biete zudem die Möglichkeit, sich mit ethischen und sozialen Fragen auseinanderzusetzen, die mit der WM verbunden sind, wie etwa Menschenrechten in den Gastgeberländern, Kommerzialisierung des Sports oder Integration.

Fußball zeige im Kleinen, so Eppensteiner, was das Leben im Großen prägt: Fairness und Betrug, Teamgeist und Egoismus, Sieg und Niederlage. Aus ethischer Perspektive sei die Weltmeisterschaft daher ein Lernfeld: „Christliche Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität, Respekt vor dem Gegner, Achtung der Würde jedes Menschen und der verantwortungsvolle Umgang mit Macht und Erfolg werden im Sport sichtbar – oder eben auch verletzt.“

Die Kirche habe eine prophetische Aufgabe: „Sie darf Freude am Spiel teilen, muss aber zugleich kritisch auf Missstände hinweisen – etwa auf Korruption, Ausbeutung, Nationalismus oder die Instrumentalisierung des Sports.“ Die Pfarren könnten Großereignisse wie die WM nutzen, um Gesprächsräume zu öffnen: bei Public Viewings im Pfarrheim, bei Diskussionsabenden zu Fair Play, Gerechtigkeit oder globaler Verantwortung oder durch sportbezogene Gottesdienste und Impulse.

Fußball „mehr als Unterhaltung“

Im christlichen Sinn sei Fußball jedenfalls mehr als Unterhaltung. Fußball lehre Ausdauer, Disziplin und Hoffnung. Eppensteiner: „Wer spielt oder mitfiebert, erfährt: Nicht immer gewinnt der Stärkste, oft entscheidet Teamarbeit. Niederlagen gehören dazu – und sind keine Katastrophe, sondern Teil des Weges.“

Diese Erfahrungen ließen sich gut mit dem Glauben verbinden: „Das Leben ist kein perfektes Spiel, aber Gott geht mit, auch wenn wir verlieren.“ Der Glaube stärke die innere Haltung, mit Erfolg demütig und mit Scheitern versöhnt umzugehen, so der DSGÖ-Vorsitzende. Die Fußball-WM findet von 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Österreich ist dieses Mal mit dabei.

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